Es gibt Tage...

Es gibt Tage...

07.06.2016

...an denen wäre ich lieber in der Schweiz und hätte einen ganz normalen Job. Ich vesuche immer grösstes Verständnis für die Leute in Rumänien aufzubringen, aber manchmal, zum Beipiel heute, ist mir dies nicht möglich.

Ein Mann mit drei kleinen Welpen in einer Kartonbox stand plötzlich vor unserem Tor. Er wolle uns diese drei geben. Erst hätte er sie ertränken wollen, aber die Leute im Dorf hätten ihm gesagt, er solle sie doch lieber uns bringen. Immerhin dies hat er gemacht.
Im Gespräch kam dann raus, dass er zu Hause noch zwei Welpen hatte. Wir sagten ihm, er könne uns diese ebenfalls bringen, wenn er dafür seine Hündin kastrieren liesse. Er willigte ein und radelte davon.
Wenig später kam er zurück; in einer Tragtasche dabei zwei grössere Welpen, die definitiv nicht von derselben Mutter stammten wie die drei Kleinen.

Plötzlich wollte er von der Kastration der Hündinnen nichts mehr wissen. Ich versuchte ihn zu überzeugen, jedoch ohne Erfolg. Ich rief unser Vorstandsmitglied Sorin Mezin an, damit dieser ihm per Telefon klar machen konnte, wie wichtig Kastrationen sind. Mein rumänisch reicht für solche Diskussionen einfach noch nicht aus. Nach etwa einer Viertelstunde gab Sorin genervt auf und sagte zu mir: "Nehmt die fünf Welpen, dann sind diese wenigstens gerettet. Der Besitzer ist zu dumm, um zu verstehen, worum es geht. Wann fahrt ihr zurück in die Schweiz? Ich komme mit und bleibe dort; ich mag mich nicht mehr mit solch dummen Leuten beschäftigen."
Wir werden noch unsere Tierärzte bitten, mit dem Besitzer Kontakt aufzunehmen. Steter Tropfen höhlt ja bekanntlich den Stein.

Das sind Tage, an denen ich schreien könnte über das Desinteresse, das Unverständnis und die Dummheit der Menschen.

Wir sind mehr als voll und wissen noch gar nicht, wohin wir die fünf Welpen tun sollen. Freie Gehege haben wir schon längst keine mehr. Wir können sie auch nicht mit den anderen Hunden mischen, denn sie sind noch zu klein. Vorläufig sind sind sie nun also im Vorbau unseren Wohnwagens untergebracht, den wir erst gestern das erste Mal genutzt haben. Wir hatten uns so gefreut, wenigstens 10 m2 nur für uns zu haben. Wir konnten dort essen, ohne dass es vom Tisch geklaut wird; wir konnten dort einige Dinge stehen lassen, ohne dass sie von Hunden angekaut oder zerfetzt wurden, etc. Tja, das war wohl nichts, denn jetzt teilen wir uns diese 10 m2 mit den fünf Welpen.
Ach ja, den Wohnwagen selbst haben wir auch nicht für uns alleine: Hier mussten wir den Kater Pepe unterbringen, der im Katzenhaus so gestresst war, dass er eine ganze Nacht lang im strömenden Regen im Aussengehege lag. Am Morgen fand ihn Peter total durchnässt, verschlammt und unterkühlt.

Ich liebe Tiere, sonst würde ich diese Arbeit hier nicht machen, aber ein paar Quadratmeter Freiraum wäre manchmal schön.

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