Wir versuchen unsere Meerschweinchen so artgerecht wie möglich zu halten.
Beim Bau der Aussengehege richteten wir uns nach dem Buch "Artgerechte Haltung - ein Grundrecht auch für Meerschweinchen" von Ruth Morgenegg. Ich möchte dieses Buch jedem ans Herz legen, der Meerschweinchen haltet oder dies in Zukunft tun möchte (das Buch kann auch bei uns bezogen werden). Hier eine kleine Zusammenfassung, was "artgerecht" zu bedeuten hat:
1. Meerschweinchen sind Sippentiere
In der Wildnis besteht eine Population aus 3 bis 10 Tieren, folglich sollte ein Meerschweinchen nie alleine gehalten werden.
Zwei Tiere sind das Minimum. Kaninchen sind kein Ersatz für andere Meerschweinchen.
(Anmerkung von Meerschweinchen-Land: Seit dem 01.09.2008 ist es gemäss Tierschutzverordnung verboten, Meerschweinchen alleine zu halten! Wir können aus eigener Erfahrung sagen, dass eine Gruppe von drei und mehr Meerschweinchen viel lebhafter und aktiver ist und somit auch dem Besitzer mehr Freude bringt).
2. Meerschweinchen sind Bewegungstiere
In der Natur verbringen die Tiere viel Zeit mit der Nahrungssuche und legen enorme Strecken zurück. Auch unsere domestizierten Meerschweinchen brauchen viel Platz und eine abwechslungsreiche Umgebung, um aktiv und gesund zu bleiben.
Das Mindestmasse für 2 bis 3 Tiere beträgt 1.125 m2. Hier gilt: je grösser, desto besser. Konventionelle Käfige sind nicht geeignet. Wenn diese Fläche zu gross ist für Ihre Wohnung, kann man auch ein mehrstöckiges Haus bauen.
(Anmerkung von Meerschweinchen-Land: Wir beraten Sie gerne über Haltungsmöglichkeiten. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf).
3. Meerschweinchen sind Fluchttiere
Wild lebende Tiere sind wehrlose Beutetiere, die bei drohender Gefahr sofort in Deckung gehen. Sie nehmen nie den direkten Weg über das offene, ungeschützte Feld.
Für 2 bis 4 Meerschweinchen sollten mindestens 2 Häuschen zur Verfügung stehen. Als zusätzliche Rückzugs- und Fluchtmöglichkeit dienen Korkröhren, Wurzeln und Äste (Vorsicht: giftige Pflanzen!).
(Anmerkung von Meerschweincheh-Land: Dies ist der Grund, weshalb Meerschweinchen den Freigang in Zimmern nicht gerne nutzen. Sie fühlen sich von oben (Greifvögel) angreifbar und sitzen daher oft nur unter Möbeln. Tragen Sie diesem Umstand Rechnung und bieten Sie Ihren Tieren in der Wohnung viele Unterschlupfmöglichkeiten, so dass sie sich im Zimmer geschützt bewegen können.)
4. Meerschweinchen sind Nagetiere
Die Zähne der Meerschweinchen wachsen zeitlebens, wie unsere Fingernägel. Sie sind auf Nagemöglichkeiten angewiesen, damit sich ihre Zähne gegenseitig abnutzen können. Meerschweinchen haben nicht nur die sichtbaren Schneidezähne, sondern auch noch 16 Backenzähne. Nicht das Futter wetzt die Zähne ab, sondern die Reibung beim Nagen und Kauen.
Heu muss sowieso immer vorhanden sein. Bieten Sie zusätzlich Zweige, Blätter, Äste, Holz- und Rindenstücke an, woran sie den ganzen Tag bedenkenlos herumknabbern können. Brot macht meist nur dick (Ausnahme: Aussenhaltung im Winter).
5. Meerschweinchen verfügen noch immer über ihre ursprünglichen Instinkte
Trotz ihrer 500-jährigen Domestikation haben die Meerschweinchen ihre ursprünglichen Instinkte und ihre Robustheit nicht verloren. Wenn wir ihnen einen naturnahen Lebensraum schaffen, kehren sie innerhalb weniger Tage zu ihrem angeborenen Verhalten zurück. Dies ist nicht nur bei Aussenhaltung, sondern auch bei Wohnungshaltung möglich und zu empfehlen.
Schaffen Sie ihren Tieren ein Gehege, das es ihnen erlaubt, ihr reiches Verhaltensrepertoire zu leben und ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Immer wieder werden wir um Tipps und Anregung zur Verbesserung der Haltung gebeten. Dies ist natürlich sehr erfreulich und wir tun das gerne. Hier zeigen wir einige Beispiele, unserer Meinung nach, guter Haltungen.